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Der Börsenboom

Im Sommer 1928 hatte die Wall Street in New York ein Börsenboom erfasst. Die Kurse stiegen und stiegen. Es handelte sich um eine Spekulationsblase. Das heißt, dass die Kurse, in diesem Fall die Kurse von Aktien, viel höher steigen als sie tatsächlich wert sind. Irgendwann platzt dann diese „Blase“ und die Kurse fallen in sich zusammen.

In Amerika hatten in den 1920er Jahren viele Leute sogar Kredite aufgenommen (sich also von den Banken Geld geliehen), um sich Aktien zu kaufen. Häufig mussten sie dafür auch noch hohe Zinsen zahlen. Sie hofften auf große Gewinne, um die Kredite zurückzahlen zu können. Denn die Wirtschaft boomte, den Leuten ging es gut, immer mehr wurde produziert. Dadurch aber fielen auch die Preise: Wenn das Angebot an Waren viel größer ist als die Nachfrage, sinken die Preise, weil jeder sein Angebot ja verkaufen will. Sinken die Preise aber zu stark und immer weiter, geht das Unternehmen irgendwann pleite.

Ab Dezember 1928 gab es Kursschwankungen, im Oktober 1929 kam es zu einem ersten (leichteren) Einbruch der Kurse, dann stagnierten sie (sie blieben auf einer Höhe).

Der Zusammenbruch am Schwarzen Donnerstag

Am 24. Oktober kam es plötzlich zu einem Sturzflug der Aktienkurse, weil ganz viele Anleger ihre Aktien verkaufen wollten. Der Dow-Jones-Index fiel um 12,8 Prozent. Man spricht vom Black Thursday, also dem Schwarzen Donnerstag. In Europa wird meist der Tag danach angegeben und darum als Schwarzer Freitag bezeichnet, weil die Nachrichten aus Amerika erst Freitag in Europa ankamen und Deutschland durch die Zeitverschiebung Amerika voraus ist.

Die Banken versuchten, den Markt zu stützen, indem sie selber Aktien kauften. Das gelang auch zunächst. Am 29. Oktober, dem darauf folgenden Dienstag, kam es aber zu einem weiteren Absturz, diesmal um 11,7 Prozent. Nun wurde um jeden Preis verkauft, die Banken forderten ihr Geld zurück und der Kurs stürzte ins Bodenlose. Manche Aktien fielen im Wert um 99 Prozent. Bis zum Sommer 1932 sollten die Kurse noch fallen!

Weltwirtschaftskrise und die Auswirkungen auf das Deutsche Reich

Viele Anleger waren nun hochverschuldet, Firmen waren pleite. Es gab viele Entlassungen, die Arbeitslosigkeit stieg. Die Wirtschaft in den USA traf es am härtesten, gleich darauf folgte Deutschland. Auch hier brach die Wirtschaft zusammen, denn die amerikanischen Banken, die Deutschland Kredite gegeben hatten, forderten nun ihr Geld zurück. Das Deutsche Reich war zudem noch durch die Reparationszahlungen stark belastet. Bis 1933 wuchs die Arbeitslosenquote auf mehr als 30 Prozent, man spricht von Massenarbeitslosigkeit.

Die Regierung unter Heinrich Brüning fuhr einen harten Sparkurs. Zum Beispiel wurden die Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe drastisch gekürzt. Öffentliche Gelder wurden um 25 Prozent gekürzt.  Daraufhin fielen die Preise für Waren und Dienstleistungen stark ab. Man nennt das auch Deflation. Brünings Regierung hoffte, dass sich der Markt von Angebot und Nachfrage so von selber regulieren würde.

Doch sinkende Preise und sinkende Einkommen führten aber dazu, dass immer weniger gekauft wurde, weil man glaubte, dass die Preise und Einkommen noch immer weiter sinken würden. Dadurch wiederum kam die Wirtschaft in noch größere Schwierigkeiten. Die Preise sanken noch weiter. Ein Teufelkreis! Außerdem kam es zur Deutschen Bankenkrise.

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